Engadin Ultra Trail / Samedan (Schweiz)
53 km / 2639 HM
Alpiner Lauf Im Engadin
18. Juli 2026
Bericht: Ursel, Fotos: Ursel und Veranstalter
Rudolf ist den Trail schon zwei mal gelaufen und hat uns durch seine Erzählungen neugierig gemacht. So melden Ingo und ich uns Ende 2025 beim Engadin Ultra Trail an.
Das Engadin ist ein Hochtal in der Schweiz und Samedan liegt schon auf 1721 m. Um uns zu akklimatisieren reisen wir 3 Tage vor dem Lauf an und unternehmen kürzere Wanderungen. Wir fahren mit der Seilbahn auf 3303 m, verweilen dort und genießen den Rundblick der Alpen. Danach fahren wir wieder runter auf 2702 m nach Murtel und machen eine wunderschöne Wanderung im Hochgebirge.
Unser Lauf ist am 18.07.2026 und auf der 53 km langen Strecke müssen wir 2639 HM bewältigen. Eine umfangreiche Pflichtausrüstung ist vorgeschrieben.
Es werden verschiedene Strecken angeboten, 102 km, 53 km, 23 km und 16 km, so ist für jede Leistungsstärke ein Lauf im Angebot. Es gibt alle 10 km eine Verpflegungsstation.
Einen Tag vor dem Lauf holen wir uns in Samedan die Startunterlagen ab und bekommen unter anderem einen Transponder ausgehändigt, den wir am Rucksack befestigen müssen. Wir werden also nicht verloren gehen, denn durch den Transponder weiß man immer wo wir gerade sind.
Der Start ist um 8 Uhr im Nachbarort Zuoz. Wir steigen mit vielen Läufern um 7 Uhr in den Zug und fahren zum Start, denn die Fahrt ist im Startgeld enthalten. Das Wetter meint es gut mit uns es ist angenehm warm und die Sonne scheint, aber am Nachmittag sind Gewitter gemeldet.
Beim Zugang in den Startbereich wird die Pflichtausrüstung nicht kontrolliert, aber es wird darauf geachtet dass jeder den Transponder am Rucksack befestigt hat
Ich bin sehr aufgeregt, denn je älter ich werde desto mehr muss ich die Cut-off Zeiten im Auge behalten. Trotz allem freue ich mich auf diesen Berglauf an den Bernina Alpen entlang.
Pünktlich um 8 Uhr fällt der Startschuss und unsere lange Fuß-Reise durch die Alpen beginnt.
Zuerst laufen wir eine Schleife und nach 15 km werden wir wieder in Zuoz sein. Nach dem Startschuss laufen wir zum Inn hinunter und nach ca. 3 km gehts hinauf auf 2443 m mit schönem Blick ins Tal. Danach geht es wieder hinab nach Zuoz, hier ist unsere erste Verpflegung mit der ersten Cut-off Messung, aber es gibt keinen Grund zur Sorge, denn wir sind mit einem Puffer von 30 Min in Zuoz angekommen.

Nun folgt ein anstrengender 7 km langer Anstieg zur Alpenvereinshütte Chamanna d'Es-cha (2594 m).
Wir laufen entlang der Bernina Gruppe mit tollem Blick zu den Gletschern! Ich kann es richtig genießen, denn mit dem Wissen des 3. Anstiegs passen wir das Tempo an. An der Hütte befindet sich die zweite Verpflegungsstation. Es ist ein herrlicher Aufstieg, meine Augen wandern immer wieder zu den Gipfel der Bernina Alpenkette.
Oben angekommen stärken wir uns ausgiebig, denn durch den Aufstieg sind die Speicher leer. Es gibt leckere Boullionsuppe, Früchte, Riegel, Kekse und gefüllte Teigtaschen mit Käse und Spinat. Die Gipfel der Berge rund um die Hütte sind eine Wucht!
Nach einer kleinen Pause machen wir uns an den 10 km langen Abstieg ins Albulatal. Wir laufen nicht nur Bergwege oder Pfade sondern wie müssen auch über Kuhweiden und meistens rücken die Kühe rücken keinen Millimeter zur Seite.
Die 3. Verpflegung erwartet uns in Bever und auf dem Weg dorthin zieht leider ein Gewitter auf und es beginnt heftig zu regnen. Die Regenjacke schützt uns zumindest am Oberkörper, aber die Beine und die Schuhe sind völlig durchnässt. Belohnt werden wir nach dem Gewitter mit einem wunderschönen Regenbogen, den uns die Sonne gezaubert hat.
Der folgende wurzelige Trail vor Bever ist für uns nicht laufbar und wir müssen sehr konzentriert sein, um nicht zu stürzen.
Nach einer Stärkung in Bever folgt ein letzter langer Anstieg an der Alp Muntatsch vorbei hinauf bis 2489 m. Meine Beine waren schon müde und wir kommen nicht mehr so schnell voran.
Danach sind alle Anstiege geschafft und es geht 9 km über einen unangenehmen Schotterweg abwärts. Die Oberschenkel sind sehr gefordert. Wir stärken uns noch einmal an der letzten VP bevor wir über einen Pfad Samedan erreichen.
Nach 11:33 Stunden laufen Ingo und ich gemeinsam über die Ziellinie.
Wir werden namentlich begrüßt und unsere Freude ist riesig es geschafft zu haben.
Wieder einmal sind wir gemeinsam gelaufen, haben gemeinsam gekämpft, die Alpen genossen und die Strecke gemeinsam besiegt.
Fazit: Es war ein wunderschöner alpiner Lauf mit toller Alpenkulisse! Die Markierung war perfekt und ein Verlaufen unmöglich.

























