Swissalpine / Flims (Schweiz)
alpiner Lauf im Unesco Naturerbe
18. Juli 2026
Bericht: Rudolf, Fotos: Rudolf, AlphaFoto
Viele Jahre bis 2020 fand der 1986 gegründete Swissalpine in Davos statt. Auch wir hatten mehrmals teilgenommen. Danach wurde der Swissalpine in Davos durch die X-Trails mit ähnlichen Strecken übernommen, der Swissalpine zog zuerst nach Chur und dann mit seiner jetzt zweiten Auflage nach Flims. Neue Strecken mussten ausgewählt werden, die Distanzen blieben etwa gleich.
Wir, Bettina, Pauline und ich, wollten in diesem Jahr an dem neuen Swissalpine teilnehmen. Zur Auswahl standen die Distanzen K12, K23 (23,2, 923 Hm, durch die Rheinschlucht), K42 (42,1 km, 2609 Hm, über Sardona) und K78 (Rheinschlucht und Sardona). Pauline wollte die K23 laufen, Bettina und ich die K42. Wir reisten zur Akklimatisierung und um im Gebiet zu wandern schon eine Woche vorher an und übernachteten auf dem Campingplatz. Start und Ziel des Swissalpine war beim Sportzentrum, etwa 100 m von der Zeltwiese entfernt.
Bettina und ich starteten um 9:30 Uhr zum Marathon. Das Wetter war ziemlich bewölkt, zusätzlich stiegen vom Tal Wolken auf. Die Strecke führte leichter ansteigend, dann mit steilerem Anstieg zunächst im Wald und dann über die Waldgrenze hinaus bis zur Alpe Foppa (4,3 km, 500 Hm) wo sich die erste Verpflegungsstation (VP) befand. Unterwegs boten sich schöne Blicke auf Flims und ins Tal.
Weiter ging es steiler bergauf, an Kuhherden vorbei und am Ende auf einem schmalen Pfad in Serpentinen einen Hang hinauf, bis zum höchsten Punkt Cassons auf 2676m (km 10,4, 1243 Hm). Mittlerweile waren wir auch innerhalb des Unesco Weltnaturerbes TektonikArena Sardona. Bei gutem Wetter hat man hier eine fantastische Aussicht, bei uns wechselten sich Wolken und Sonne ab. Die
Tektonikarena Sardona konnte man aber gut erkennen.
Ein paar Informationen dazu: "Die Tektonikarena Sardona erlaubt einzigartige Einblicke in die Entstehungsgeschichte der alpinen Berge und Täler. Entlang der weit herum sichtbaren Linie, der Glarner Hauptüberschiebung, auch «magische Linie» genannt, schoben sich 250-300 Millionen Jahre alte auf viel jüngere, zum Teil «nur» 35-50 Millionen Jahre alte Gesteine. Dies geschah vor 10-20 Millionen Jahren weit unter der damaligen Erdoberfläche! Nirgends sonst sieht man die Resultate der Vorgänge, die zur Gebirgsbildung geführt haben, so deutlich und monumental wie hier."
Weiter ging es steil bergab zur Segneshütte (2100 m). Da dies auch eine Bergbahnstation ist waren trotz des unbeständigen Wetters auch einige Wanderer und Spaziergänger unterwegs. Dort war die zweite gut bestückter VP an der sogar Risotto angeboten wurde. Leider ist die Cut-off Zeit von 4 Stunden bei über 1700 Hm und dem auch nicht ganz einfachem Abstiegsweg trotz nur 13 km Distanz knapp. Bettina konnte sie nicht erreichen, durfte aber trotzdem weiterlaufen. Letztendlich folgten später ohnehin noch Läufer von der K78 Distanz.
An der VP setzte dann bei mir der erste Regenschauer ein. Ich war dann froh um meine Regenjacke, die auch zur Pflichtausrüstung gehört hatte. Zunächst ging es noch etwas bergab bis auf knapp 2000 m um fortan weniger steil und mit flacheren Passagen und einer VP mit auschließlich Wasser (km 18) bis zur Fuorcla da Sagogn und weiter zur nur im Winter betriebenen Bergstation Crap Masegn (km 23,5, 2467 m). Zunächst machte der Himmel auf und die Sonne kam, aber auch hier folgte der zweite Regenschauer.
Nun waren die allermeisten Höhenmeter geschafft, auf Wegen und Pfaden ging es zur Station Plaun mit VP (km 29,4) und weiter hinab auf einem schönen Pfad am Wasser entlang bis nach Flims zum Stenna Center (km 36). In der Tiefgarage musste man dann 6 Stockwerke auf einer Treppe hinunterlaufen um wieder auf einen Wanderweg zu gelangen. Am Ausgang befand sich dann auch die letzte VP. Es folgte ein letzter landschaftlich sehr schöner Teil im Wald auf Wegen und Pfaden zum Caumaasee und dann wieder leicht ansteigend zum Ziel.
Ich erreichte in 8:40 Stunden das Ziel, Bettina, die sich leider unterwegs verlaufen hatte und etwas gehandicapt war, in 13:46 Stunden.
Pauline startete eine Stunde später und hatte bei einem Zeitlimit von 9,5 Stunden genug Zeit. Die Strecke war vom Höhenprofil das Gegenteil von unserer, erst abwärts in die Rheinschlucht und dann wieder aufwärts nach Flims. Zunächst allerdings musste nach dem Start eine kleine Steigung bewältigt werden, dann führte die Strecke abwärts in die Rheinschlucht über den Rhein hinweg nach Au/Valendas mit der ersten VP (9,5 km). Von dort ging es etwas wellig der Rheinschlucht entlang bis nach abermaligem Überqueren des Rheins auf einer Eisenbahnbrücke der Aufstieg begann. Bis Conn mit der zweiten VP waren dann auf etwa 3 km 350 Hm zu bewältigen. Von Conn ging es dann weiter zum Caumasee und wie bei allen Strecken zurück ins Ziel.
Pauline erreichte etwas beeinträchtigt durch einen getapten Fuß, das Ziel in 4:54 Stunden.

Der Lauf hat uns gut gefallen. Es war gut organisiert, wenn auch nicht immer optimal markiert. Die Helfer waren überall sehr freundlich.















